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Was ist die gefühlte Temperatur und wie wird sie berechnet?

Die gefühlte Temperatur beschreibt, wie warm oder kalt das Wetter auf den Körper wirkt. Der DWD berechnet sie mit dem Klima-Michel-Modell aus Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wind und Strahlung. Sie kann deutlich über oder unter der Lufttemperatur liegen.

Warum ein Thermometer nicht reicht

Der Körper reguliert seine Temperatur über Schwitzen. Bei hoher Luftfeuchte verdunstet Schweiß schlechter, die Kühlung versagt, und 29 °C fühlen sich wie 35 °C an. Wind beschleunigt die Verdunstung und kühlt; direkte Sonne heizt zusätzlich auf. Die Lufttemperatur allein sagt über die Belastung also wenig aus.

Das Klima-Michel-Modell

Der DWD rechnet mit einem Modellmenschen („Michel“: etwa 35 Jahre, 1,75 m, 75 kg), der sich mit leichter Aktivität im Freien bewegt. Für ihn wird die Wärmebilanz aus vier Größen berechnet: Lufttemperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Strahlung. Das Ergebnis ist die gefühlte Temperatur — die Temperatur, die in einer Referenzumgebung dieselbe Belastung erzeugen würde.

Wofür sie verwendet wird

Die Hitzewarnungen des DWD basieren vollständig auf der gefühlten Temperatur, nicht auf der Lufttemperatur. Auch der Tages-Check zeigt darum beide Werte („gefühlt 31 °C · real 29 °C“): Der gefühlte Wert steuert die Empfehlung, der reale dient der Einordnung.

i Kein medizinischer Rat. Bei Asthma oder Herz-Kreislauf-Vorerkrankung bitte ärztlichen Rat einholen.