Hitze und gefühlte Temperatur: Wann Wärme belastet
Der DWD warnt nicht nach Lufttemperatur, sondern nach gefühlter Temperatur. Ab etwa 32 °C gefühlt beginnt starke Wärmebelastung (Warnstufe 1), ab 38 °C extreme (Warnstufe 2). Für Ältere gilt die extreme Schwelle schon ab etwa 36 °C.
Warum „gefühlt“ und nicht „gemessen“?
Wie stark Wärme den Körper belastet, hängt nicht nur von der Lufttemperatur ab, sondern auch von Luftfeuchte, Wind und Sonneneinstrahlung. Der DWD bildet das im Klima-Michel-Modell ab: Es berechnet die gefühlte Temperatur für einen durchschnittlichen Erwachsenen. 29 °C bei schwüler Luft können sich wie 35 °C anfühlen und entsprechend belasten.
Die Warnstufen
| Gefühlte Temperatur (früher Nachmittag) | Stufe |
|---|---|
| ab ca. 32 °C | starke Wärmebelastung (Warnstufe 1) |
| ab 38 °C | extreme Wärmebelastung (Warnstufe 2) |
| ab ca. 36 °C | extreme Belastung bereits für ältere Menschen |
Die 32-Grad-Schwelle ist bewusst variabel: Im Frühsommer warnt der DWD früher, weil der Körper noch nicht an Wärme gewöhnt ist; im Hochsommer später. Zusätzlich fließt ein, ob sich Innenräume nachts noch ausreichend abkühlen. In Städten verhindert der Wärmeinseleffekt genau das oft.
Die drei Grundregeln bei Hitzewarnung
Erstens Hitze meiden: Anstrengung in die kühleren Tageszeiten verlegen, Mittagssonne aussparen. Zweitens die Wohnung kühl halten: nachts und früh morgens lüften, tagsüber abdunkeln. Drittens ausreichend trinken, bevor der Durst kommt. Bei Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerz, Verwirrtheit oder Benommenheit ärztlichen Rat suchen, im Notfall die 112 wählen — das können Warnzeichen eines Hitzschlags sein.
Die Regeln im Einzelnen
- Was ist die gefühlte Temperatur und wie wird sie berechnet? — Die gefühlte Temperatur beschreibt, wie warm oder kalt das Wetter auf den Körper wirkt. Der DWD berechnet sie mit dem Klima-Michel-Modell aus Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wind und Strahlung. Sie kann deutlich über oder unter der Lufttemperatur liegen.
- Ab wann gibt der DWD eine Hitzewarnung heraus? — Warnstufe 1 (starke Wärmebelastung) ab etwa 32 °C gefühlter Temperatur am frühen Nachmittag, Warnstufe 2 (extreme Wärmebelastung) ab 38 °C. Für ältere Menschen gilt die extreme Schwelle bereits ab etwa 36 °C.