Ab wann gibt der DWD eine Hitzewarnung heraus?
Warnstufe 1 (starke Wärmebelastung) ab etwa 32 °C gefühlter Temperatur am frühen Nachmittag, Warnstufe 2 (extreme Wärmebelastung) ab 38 °C. Für ältere Menschen gilt die extreme Schwelle bereits ab etwa 36 °C.
Die Warnstufen
| Kriterium (gefühlte Temperatur, früher Nachmittag) | Warnstufe |
|---|---|
| ab ca. 32 °C | Stufe 1: starke Wärmebelastung |
| ab 38 °C | Stufe 2: extreme Wärmebelastung |
| ab ca. 36 °C | Stufe 2 für ältere Menschen |
Die 32-Grad-Schwelle ist variabel: Im Frühsommer warnt der DWD schon früher, weil der Körper noch nicht akklimatisiert ist; im Hochsommer etwas später. In die Warnung fließt außerdem ein, ob sich Innenräume nachts ausreichend abkühlen können.
Warum Ältere eine eigene Schwelle haben
Mit dem Alter lassen Durstempfinden und Schwitzfähigkeit nach, viele Medikamente (Entwässerung, Blutdruck) verstärken die Anfälligkeit. Die meisten Hitzetoten in Deutschland sind über 75. Der Tages-Check senkt die Warnschwelle automatisch auf 36 °C, wenn im Profil „über 65“ gesetzt ist.
Der Stadt-Effekt
Beton und Asphalt speichern Wärme und geben sie nachts ab (Wärmeinseleffekt). In dicht bebauten Vierteln kühlt es nachts oft nicht unter 20 °C ab — genau die Erholungsphase fehlt dann. Für Stadtbewohner ist das nächtliche und frühmorgendliche Lüften deshalb die wichtigste Einzelmaßnahme.
Die drei Grundregeln
Hitze meiden (Aktivität in die kühlen Stunden verlegen), Wohnung kühl halten (früh lüften, tagsüber abdunkeln), ausreichend trinken, bevor Durst entsteht. Warnzeichen ernst nehmen: Bei Kreislaufbeschwerden, starkem Kopfschmerz, Verwirrtheit oder Benommenheit ärztliche Hilfe holen, im Notfall die 112 wählen.
Wie viele Menschen Hitze betrifft
Hitze ist in Deutschland die tödlichste Wetterlage. Für den Hitzesommer 2003 schätzt der DWD rund 10.000 zusätzliche Sterbefälle, für 2018 und 2019 zusammen etwa 15.600, für 2022 rund 4.500 (RKI). Über 80 Prozent der Betroffenen sind über 60, die Mehrzahl über 75. Das ist kein Widerspruch zur eigenen Erfahrung gesunder Sommer, sondern der Grund, warum Hitzewarnungen ältere Menschen besonders adressieren.
Aus eigener Erfahrung. Ich habe zwei Semester in Thailand studiert und dort das Wichtigste über Hitze gelernt: einfach alles langsamer machen. Langsamer von A nach B gehen, bewusst schauen, welche Straßenseite im Schatten liegt, und dort laufen. Das klingt banal, senkt die eigene Wärmeproduktion aber spürbar und ist genau das, was in Deutschland an Hitzetagen oft fehlt, weil wir das Tempo aus den kühleren Monaten beibehalten. Wärme meiden heißt nicht nur „drinbleiben”, sondern auch: draußen einen Gang zurückschalten.
So entscheidet der Tages-Check konkret
Der Tages-Check bewertet nicht die abgelesene Lufttemperatur, sondern die gefühlte Temperatur, und zwar den Höchstwert am frühen Nachmittag (12 bis 17 Uhr). Ab gefühlten 27 °C erscheint ein erster Hinweis, ab 32 °C die volle Empfehlung (viel trinken, Mittagssonne meiden, früh lüften und abdunkeln). Die Schwelle für die extreme Warnung mit rotem Banner über dem Tagessatz liegt normalerweise bei 38 °C. Trägst du im Profil „über 65” ein, senkt der Tages-Check diese Schwelle automatisch auf 36 °C, weil ältere Menschen früher gefährdet sind. Damit macht das Profil genau das, wofür es da ist: dieselbe Wetterlage je nach Person unterschiedlich einstufen, ohne dass Daten dein Gerät verlassen.