meaningful.dev

Pollenflug: Belastung verstehen und richtig reagieren

Der Pollenflug wird in vier Stufen gemessen: keine, gering, mittel, hoch. Die Schwellen sind je Pollenart verschieden. Rund 15 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch, etwa ein Drittel der Betroffenen entwickelt ohne Behandlung mit der Zeit Asthma.

Wie wird Pollenflug gemessen?

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst misst an rund 40 Stationen in Deutschland die Pollenkonzentration in der Luft. Der DWD berechnet daraus einen Gefahrenindex mit den Stufen keine, gering, mittel und hoch. Der Tages-Check nutzt Modelldaten des europäischen CAMS-Dienstes, die auf denselben Messnetzen aufsetzen.

Ab wann ist die Belastung hoch?

Die Schwellen unterscheiden sich stark je nach Pollenart, weil die allergene Potenz sehr unterschiedlich ist. Ein einheitlicher Wert wäre irreführend: Ambrosia löst schon bei wenigen Pollen pro Kubikmeter Beschwerden aus, für die es bei Gräsern das Zehnfache braucht.

Pollenartmittel abhoch ab (Pollen/m³)
Gräser3050
Birke, Erle1150
Beifuß410
Ambrosia310

Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Es gibt keinen wissenschaftlich einheitlichen Grenzwert, ab dem Symptome auftreten. Die Werte hier folgen dem DWD-Gefahrenindex und der aerobiologischen Literatur und sind Näherungen. Bei Gräsern etwa markieren rund 30 Pollen pro Kubikmeter den Übergang zu mittleren Beschwerden, ausgeprägte Symptome setzen eher ab 50 bis 80 ein.

Gräser sind die häufigste Allergieauslöserin, ihre Saison reicht von Mai bis August. Baumpollen (Erle, Birke) fliegen ab Februar, Kräuterpollen (Beifuß, Ambrosia) ab Juli. Ambrosia ist besonders relevant, weil ihre Pollen hochpotent sind und ihre Saison bis in den Oktober reicht.

Wann ist die Belastung am höchsten?

In der Stadt ist die Pollenkonzentration abends am höchsten und nachts bis in den frühen Morgen am niedrigsten. Auf dem Land ist es umgekehrt: Dort fliegen die Pollen vor allem morgens und tagsüber. Diese Gegenläufigkeit ist der Grund, warum der Tages-Check die Lüftungsempfehlung nach deiner Wohnlage umschaltet.

Schwacher Wind wirbelt Pollen auf und erhöht die Belastung. Längerer Regen wäscht sie aus der Luft, allerdings kann die Konzentration in den ersten etwa 30 Minuten eines Regens kurz ansteigen, weil Pollen aus höheren Luftschichten heruntergewaschen werden.

Warum der ärztliche Hinweis?

In Deutschland haben rund 15 Prozent der Erwachsenen im Lauf ihres Lebens Heuschnupfen (RKI-Studie DEGS1: 14,8 Prozent). Bei etwa einem Drittel der unbehandelten Betroffenen (30 bis 40 Prozent) entwickelt sich über die Jahre ein allergisches Asthma, der sogenannte Etagenwechsel. Wer regelmäßig starke Symptome hat, sollte das ärztlich abklären lassen, auch weil eine Hyposensibilisierung den Verlauf verändern kann.

Aus eigener Erfahrung. Ich bin seit der Kindheit Allergiker, bei mir zeigt sich das als tränende Augen ohne Jucken und als laufende Nase, nicht als das klassische Augenjucken, das viele erwarten. Allergien sind individuell: Welche Pollen dich wie treffen, erkennst du am besten am eigenen Symptomverlauf über die Saison, nicht an einer Faustregel. Genau dafür gibt es im Tages-Check das lokale Profil, in dem du deine Allergene hinterlegst.

Die Regeln im Einzelnen

  • Wann lüften bei Pollenflug? — In der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr morgens lüften, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr abends. Nach längerem Regen ist die Luft überall pollenarm, dann ist jederzeit ein gutes Fenster.
  • Wie bleibt das Schlafzimmer in der Pollensaison pollenarm? — Haare vor dem Schlafen ausspülen, Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen, Bettwäsche regelmäßig bei 60 Grad waschen. Pollenschutzgitter am Fenster halten 85 bis 90 Prozent der Pollen zurück.
  • Was hilft gegen Pollen im Auto? — Fenster beim Fahren geschlossen halten, Lüftung auf Umluft mit intaktem Innenraumfilter stellen und den Filter jährlich vor der Saison wechseln. An stark befahrenen Straßen ist die Pollenkonzentration besonders hoch.
i Kein medizinischer Rat. Bei Asthma oder Herz-Kreislauf-Vorerkrankung bitte ärztlichen Rat einholen.